
Der Text stammt aus der Haffmans-Ausgabe von Flauberts Wörterbuch der Gemeinplätze von 1998, und meine beiden Lieblingsplatitüden sind die letzten drei.

Vorgeschichte:
Vor etlichen Jahren habe ich einen Fotofilm gemacht, dessen Text ich meinem geliebten Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens entnahm. Der Satz, den ich unter dem Stichwort: schreiben, Schrift, Geschriebenes fand, hatte es mir nicht nur vom Inhalt, sondern auch vom Rhythmus her angetan:

In fummeliger Kleinarbeit pinselte ich obigen Text zerstückelt in mehrere Satzteile auf winzige, mit Fäden zwischen Maiglöckchen gehängte Papierstückchen und fotografierte das Ganze. Der auf diesen Fotos basierende Film ist verschollen, aber eines der alten Fotos konnte ich in meinem Archiv aufstöbern und einem Upcycling unterziehen.
Die ursprüngliche Schrift auf dem vernähten Papier habe ich digital entfernt und andere Wörter hinzugefügt. Der Titel des neuen Bildes stammt vom alten Namen des Maiglöckchens: Lilium Convallium – Lilie der Täler.

… folgen auf die Weihnachtsgrüße die Neujahrsgrüße.
So auch hier!
Deshalb:
Ihr lieben Leute, ich wünsch euch ein schönes Jahr, und hoffe, dass ihr euch am Wechselspiel von Licht und Schatten erfreuen könnt!
Das Adjektiv streng, das in den Medien seit Monaten mutterseelenallein vor sämtliche Hygieneregeln gespannt wird, hat meinem Empfinden nach eine Pause verdient!
Als Aushilfen schlage ich vor:
durchdacht, genau, rigide, intelligent, klug, stringent, fundiert, gewissenhaft, solide, kraftvoll, ausgefeilt, einleuchtend, überzeugend, ausgeklügelt, harsch, neu, gut, nachvollziehbar, effizient, verpflichtend, einschneidend, effektiv, rigoros, drastisch, wirkungsvoll, präzise, perfekt, elaboriert, massiv, extrem, nachdrücklich, beherzt, tadellos, deutlich, entschlossen, tiefgehend, empfindlich, zuverlässig, bewährt, innovativ, kreativ, energisch, dezidiert, zahlreich, kontrolliert, umfangreich,
intensiv, kraftvoll, markig, ausgedehnt, verbindlich, heftig, schonungslos, einschneidend, scharf, durchschlagend, konsequent, gründlich.

Leider konnte ich dieses Bild auf meiner Bettelseite https://www.betterplace.me/brotlose-kunst nur als Profilbild unterbringen. Hier nun der wunderbare Text von Johann Peter Hebel zum Nachlesen.

Aktueller Verleser: Saving Creme statt Shaving Creme.
Wie angekündigt folgt hier mal wieder ein Blogbeitrag, der nicht nur aus einem Bild und einer Überschrift besteht.
Wenn ich am Anfang meiner Künstlerinnenkarriere nach meinem Beruf gefragt wurde, und die Frage wahrheitsgemäß beantwortete, geschah das meist in einer Mischung aus Verlegenheit, Trotz und Stolz. Oft dachte ich dabei an die Stelle in Bölls Ansichten eines Clowns, in der Marie der auf ihr Geld wartenden Zimmerwirtin entgegenruft: „Mein Mann ist Künstler. Ja, ein Künstler.“ (Was bei der Zimmerwirtin natürlich mehr Häme als Verständnis hervorruft.)
Die Stellen in Bölls Roman, in denen es um das Leben als Künstler geht, habe ich immer geliebt. Vor allem das Problem des fehlenden Feierabends!
Aber auch das Gedankenspiel um die Ermordung eines Ästheten gefällt mir noch immer so gut, dass ich es hier anbringen will:
Wo sind nur all die Wörter hin?
Ist es wirklich so viel einfacher, den Blog dieser Website mit Bildern zu füllen?
Ist das der Einfluss meiner Instagram-Aktivität?
…
Ich gelobe Änderung!